Erste Bundesländer ordnen Coronatests in der Fleischindustrie an

Infolge der Ereignisse in der Fleischindustrie hat das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Infektionsschutzgesetz neue Regelungen erlassen. Auch in Schleswig-Holstein sind ähnliche Massnahmen ergriffen worden, in deren Fokus eine lückenlose Testung steht.

In Schlachthöfen, Zerlegebetrieben und anderen vorwiegend fleischverarbeitenden Betrieben mit mehr als 100 Beschäftigten dürfen in Nordrhein-Westfalen nur noch Personen in der Produktion eingesetzt werden, die mindestens zweimal pro Woche auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 durch das PCR-Verfahren getestet werden und dabei ein negatives Testergebnis haben. Die Testung kann laut Verordung im „Poolverfahren“ erfolgen, die Auswertung muss durch ein anerkanntes Labor erfolgen.

Zahlreiche Risikofaktoren

Aufgrund von verschiedenen massiven Infektionsgeschehen in Schlachthöfen und fleischverarbeitenden Betrieben müsse davon ausgegangen werden, dass größere Betriebe dieser Branche aufgrund der Mitarbeiterstruktur, der Arbeitsorganisation und der Arbeitssituation in der Produktion ein erhebliches Risiko für massenweise auftretende Infektionen innerhalb der Belegschaft bergen. Nach ersten wissenschaftlichen Einschätzungen ist davon auszugehen, dass unter Anderem die Belüftungsanlagen im Zusammenspiel mit der Luftkühlung ein besonderes Infektionsrisiko bergen.

Durch den Wechsel von Beschäftigten zwischen den Betrieben oder verschiedenen Arbeitsstätten innerhalb eines Betriebs erhöht sich grundsätzlich das Risiko von Übertragungen unerkannter Infektionen für Mitarbeiter, die kurzfristig an einem Arbeitsplatz in einem neuen Betrieb tätig werden, und für die bereits dort tätigen übrigen Beschäftigten. Insbesondere bei größeren Belegschaften mit einem hohen Anteil von Leih- und Zeitarbeitnehmern oder Beschäftigten eines Werkunternehmens herrscht eine hohe Fluktuation, die die Ausbreitung für das Coronavirus weiter Umgebungsbedingungen befördern kann.

Folgende Testungen können wir durchführen:

  • Nachweis von SARS-CoV-2 in Humanproben mittels PCR

PCR-Verfahren zum schnellen Nachweis

Zur Durchführung der Analytik zu SARS-CoV-2 wird im Folgenden die Methodik inklusive der qualitätssichernden Maßnahmen kurz beschrieben:

Wir nutzen aktuell zur RNA-Extraktion ein vollautomatisches System, das auf der Verwendung magnetischer Partikel basiert, die RNA spezifisch binden können. Die RNA wird mehrfach gewaschen und liegt am Ende des Extraktionsprozesses geschützt durch artifizielle „Carrier-RNA“ vor (bei geringer Anzahl an Proben kommt auch eine manuelle säulenbasierte RNA-Extraktion zum Einsatz).

Zur Prozesskontrolle der Extraktion wird immer eine negative Prozesskontrolle und eine positive Prozesskontrolle mitgeführt und mit den Patientenproben parallel aufgearbeitet. Nach der Extraktion verwenden wir zur Detektion der Virus-RNA ein „One-Step Reverse Transkriptase real-time PCR“-Protokoll. Dabei wird in einem ersten Schritt die RNA von einer Reversen Transkriptase in DNA übersetzt und anschließend erfolgt im gleichen Reaktionsgefäß der Echtzeitnachweis. Zur Überprüfung der Detektion verwenden wir eine positive Kitkontrolle und eine negative Kitkontrolle.

In Summe haben wir also pro Analyse vier Kontrollen:

  • Negative Prozesskontrolle: Überprüfung der Qualität/Integrität aller verwendeter Reagenzien
  • Positive Prozesskontrolle: Funktionalität der Analytik (Extraktion und Detektion)
  • Negative Kitkontrolle: Überprüfung der Qualität/Integrität der Reagenzien zur Detektion
  • Positive Kitkontrolle: Funktionalität der Analytik (Detektion)

Detektiert wird im Dual Target System auf das E-Gen von SARS-CoV-2 und β-Actin (konstitutiv exprimiertes Gen) als Nachweis menschlicher RNA. Dieser Nachweis dient sowohl der Überprüfung der Beprobung, der RNA Extraktion als auch dem Nachweis möglicher PCR-Inhibitionen.

Die beschriebene Methode wurde validiert und die Funktionalität in Laborvergleichsuntersuchungen und Ringversuchen bestätigt.

Selbstverständlich nutzen wir ausschließlich zertifizierte Verbrauchsmaterialien.

Sollten Sie weitere Fragen zur Analytik oder den qualitätssichernden Maßnahmen haben, beraten wir Sie gern.

Die Test-Kits können direkt bei uns über die Serviceadresse info@drberns.de  oder auch telefonisch unter 02845/9845-0 bestellt werden.

Gerne können Sie nach vorheriger telefonischer Anmeldung auch bei uns in der Hartfeldstraße 45, 47506 Neukirchen-Vluyn vorstellig werden.

Zum detaillierten Vorgehen werden Sie unsere MitarbeiterInnen gerne informieren.

Die unbeprobten Test-Kits sollten bei Raumtemperatur, trocken und möglichst vor Sonneneinstrahlung geschützt gelagert werden.

Folgende wichtige Hinweise sollten beachtet werden!

Eine korrekte Durchführung der Probenahme ist Voraussetzung für ein korrektes Ergebnis! Bei der Beprobung des Nasen-Rachen-Raumes besteht Verletzungsgefahr! Es obliegt der probenehmenden Person, sich über die medizinischen Risiken (z.B. Reizung des Nervus vagus, mechanische Verletzungen, etc.) bei der Beprobung des Nasen-/Rachenraumes zu informieren. Wir empfehlen, die Probenahme durch medizinisch geschultes Personal (z.B. Arzt) durchführen zu lassen.

 

Die beprobten Tupfer sollten kühlt gelagert und schnellstmöglich an das Labor geschickt werden.

Eine Lagerung von feuchten Tupfern ist bei ca. +4 °C für max. 48 Stunden (bis zur Bearbeitung im Labor) möglich. Trockene Tupfer dürfen nicht gelagert werden.

Bei Postversand müssen die Proben gekühlt und als "Biologischer Stoff, Kategorie B" nach UN-Nr. 3373 gekennzeichnet und versendet werden.

Nach vorheriger Rücksprache kann der Transport zurück ins Labor durch unsere Logistik-Abteilung oder einen externen Dienstleiter erfolgen.

Unter Berücksichtigung der jeweiligen Auftragslage liegen die Ergebnisse und Bescheinigungen innerhalb von 48 bis 72 Stunden vor.

An Feiertagen und Wochenenden finden keine Untersuchungen statt. Daher erfolgt eine Übermittlung der Ergebnisse an Wochenenden und Feiertagen nicht.

Werden im Rahmen der Untersuchung positive Testergebnisse erhalten, sind wir gesetzlichverpflichtet diese an Ihr zuständiges Gesundheitsamt zu melden.

Sie werden von unseren MitarbeiterInnen oder direkt von der zuständigen Behörde kontaktiert.

Gerne erstellen wir Ihnen ein Angebot.

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